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MOR208

MOR208 ist ein humanisierter, monoklonaler Anti-CD 19-Antikörper zur Behandlung maligner Erkrankungen der B-Zellen.

MOR208 (vormals Xmab®5574) ist ein monoklonaler Antikörper, der gegen das Zielmolekül CD19 gerichtet ist. Das Oberflächenantigen CD19 wird auf der Oberfläche von B-Zellen breit exprimiert und dient als Angriffspunkt bei malignen B-Zell-Erkrankungen, wie dem Non-Hodgkin Lymphom (NHL), inklusive dem diffusen großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL), sowie der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL). Von malignen Erkrankungen der B-Zellen sind in den sieben größten Märkten jährlich mehr als 150.000 Patienten betroffen.

Wirkmechanismus

Der Antikörper MOR208 wurde modifiziert, um eine deutliche Verstärkung der antikörperabhängigen, zellvermittelten zytotoxischen Immunantwort (ADCC) und Phagozytose (ADCP) auslösen zu können.

CD19-Expression auf B-Zellen

CD19 wird sehr breit und früh auf B-Zellen exprimiert. Damit bietet es einen guten Angriffspunkt zur Behandlung von malignen B-Zell-Erkrankungen.

 

Klinische Studien

MOR208 (vormals Xmab®5574) ist ein monoklonaler Antikörper mit modifiziertem Fc-Teil, der gegen das Zielmolekül CD19 gerichtet ist. Das Oberflächenantigen CD19 wird auf der Oberfläche von B-Zellen breit exprimiert und dient als Angriffspunkt bei malignen B-Zell-Erkrankungen, wie dem Non-Hodgkin Lymphom (NHL), inklusive dem diffusen großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL), sowie der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL). Die Modifizierung des Fc-Teils soll zu einer deutlichen Verstärkung der antikörperabhängigen, zellvermittelten zytotoxischen Immunantwort (ADCC) und Phagozytose (ADCP) führen und somit einen Schlüsselmechanismus bei der Abtötung von Tumorzellen verbessern. Zudem führt MOR208 zum direkten Zelltod durch die Bindung an CD19, ein entscheidender Faktor für den B-Zell-Rezeptor (BCR) Signalweg.

 

Hintergrundinformationen

Durch eine Lizenzvereinbarung mit der US-amerikanischen Xencor, Inc. aus dem Jahr 2010 hält MorphoSys die weltweit exklusive Vermarktungsrechte auf Xmab®5574, der in der Folgezeit in MOR208 umbenannt wurde.

Dem Programm MOR208 wurde der Orphan Drug-Status in DLBCL (USA und Europa) und CLL (USA und Europa) zugesprochen. Darüber hinaus hat die Gesundheitsbehörde FDA dem Programm zur Behandlung von DLBCL den Fast Track-Status erteilt.

B-MIND STUDIE

Die randomisierte, zweiarmige, unverblindete und in mehreren Studienzentren durchgeführte
Phase 2/3-B-MIND-Studie (Bendamustin - MOR208 in DLBCL) soll ungefähr 330 Patienten in circa 180 Studienzentren in Europa, in der Region Asien/Pazifik (APAC) und den USA einschließen. Beim Eintritt in die Studie müssen die Patienten mit rezidivierendem oder refraktärem DLBCL diagnostiziert worden sein. Zudem müssen sie mindestens eine bzw. maximal drei Vorbehandlungen erhalten haben, darunter eine gegen das Zielmolekül CD20 gerichtete Therapie, beispielsweise Rituximab. Des Weiteren dürfen die eingeschlossenen Patienten nicht für eine Hochdosis-Chemotherapie und eine autologe Stammzelltransplantation infrage kommen.
In diesem Sicherheitsteil der Phase 2-Studie wird zunächst die Sicherheit und Verträglichkeit von MOR208 mit Bendamustin gegenüber der Rituximab-Bendamustin-Kombination untersucht, wobei circa 10 Patienten pro Behandlungsarm rekrutiert werden.
Nach dem Sicherheitsteil wird die Studie voraussichtlich 2017 in eine zulassungsrelevante Phase 3-Studie übergehen. Der primäre Endpunkt ist progressionsfreies Überleben (progression-free survival, PFS). Die sekundären Endpunkte umfassen die Gesamtansprechrate (overall response rate, ORR), die Dauer des Ansprechens (duration of response, DoR), das Gesamtüberleben (overall survival OS), die Krankheitskontrollrate (disease control rate, DCR), die Zeit bis Progression (time to progression, TTP) sowie eine Bewertung der Lebensqualität der Patienten (quality of life, QoL).

L-MIND Studie

L-MIND (Lenalidomid - MOR208 in DLBCL) ist eine einarmige, unverblindete und in mehreren Studienzentren durchgeführte klinische Studie. Darin wird der gegen das Zielmolekül CD19 gerichtete Antikörper MOR208 in Kombination mit dem Krebsmedikament Lenalidomid bei rund 80 Patienten erprobt, die beim Eintritt in die Studie mit rezidivierendem bzw. refraktärem DLBCL diagnostiziert worden sind. Zudem müssen die Patienten mindestens eine bzw. maximal drei Vorbehandlungen erhalten haben, darunter eine gegen das Zielmolekül CD20 gerichtete Therapie, beispielsweise Rituximab. Des Weiteren dürfen die eingeschlossenen Patienten nicht für eine Hochdosis-Chemotherapie und eine autologe Stammzelltransplantation infrage kommen. Der primäre Endpunkt der Studie ist die Gesamtansprechrate (ORR). Die sekundären Endpunkte umfassen die Dauer des Ansprechens (DoR), das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS), sowie eine Bewertung der Sicherheit der Arzneimittelkombination und die pharmakokinetischen Parameter von MOR208.

COSMOS Studie

Die COSMOS-Studie (CLL patients assessed for ORR & Safety in MOR208 Study) ist eine einarmige, unverblindete und multizentrische Kombinationsstudie mit dem Wirkstoff MOR208 und dem Krebsmedikament Idelalisib bei Patienten mit rezidivierender/refraktärer chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) oder kleinzelligem B-Zell-Lymphom (SLL). Die in die Studie aufgenommenen Patienten müssen auf eine vorangegangene Therapie, die einen BTK-Hemmstoff wie z.B. Ibrutinib enthielt, refraktär gewesen sein bzw. einen Rückfall oder Unverträglichkeit gezeigt haben. Primäres Ziel der Studie, welche in Europa und den USA Patienten einbezieht, ist die Betrachtung der Gesamtansprechrate (ORR). Als sekundäre Ziele werden progressionsfreies Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS) der Patienten untersucht sowie die Dauer des Ansprechens (DoR) und die Sicherheit der Wirkstoffkombination und die Pharmakokinetik von MOR208.