MOR103/GSK3196165

MOR103/GSK3196165 ist ein gegen GM-CSF gerichteter, vollständig humaner HuCAL-Antikörper, der an GSK auslizenziert wurde und sich in der klinischen Entwicklung für entzündliche Erkrankungen befindet.

MOR103/GSK3196165 ist gegen den Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierenden Faktor (GM-CSF) gerichtet ist. MorphoSys entdeckte den Wirkstoff und brachte ihn in die klinische Entwicklung, zunächst bei rheumatoider Arthritis und Multipler Sklerose. Im Juni 2013 wurde MOR103/GSK3196165 an GSK auslizensiert. GSK entwickelt den Antikörper im Bereich entzündlicher Erkrankungen weiter, derzeit in klinischen Phase 2-Studien in den Indikationen rheumatoide Arthritis und entzündliche Handarthrose (Osteoarthritis der Hand). Aufgrund der diversen Funktionen im Immunsystem kann GM-CSF als Zielmolekül für ein breites Spektrum von entzündungshemmenden Therapien betrachtet werden.

 

Wirkmechanismus

GM-CSF stimuliert Stammzellen, damit diese Granulozyten und andere Makrophagen produzieren, und aktiviert anschließend diese differenzierten Immunzellen. GM-CSF ist Bestandteil der natürlichen Immun- und Entzündungskaskade, wurde jedoch auch als eine Schaltstelle für Entzündungen bei autoimmunen Fehlsteuerungen wie RA identifiziert. Diese führen zu einer gesteigerten Produktion von entzündungsfördernden Zytokinen, Chemokinen und Proteasen und dadurch schließlich zu einer Zerstörung der Gewebe.
Die GM-CSF-Werte sind bei verschiedenen entzündlichen Erkrankungen und in den Gelenken von Patienten mit rheumatoider Arthritis signifikant erhöht. Durch die Neutralisierung von GM-CSF hat der HuCAL-Antikörper MOR103 seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, die durch GM-CSF induzierte Proliferation und Aktivierung von Entzündungszellen zu reduzieren und in verschiedene pathophysiologische Pfade in präklinischen Modellen von rheumatoider Arthritis einzugreifen.

 

Die Abbildung zeigt den Wirkungsmechanismus von MOR103/GSK3196165

 

Der therapeutische Bereich

Rheumatoide Arthritis

Rheumatoide Arthritis (RA) ist eine chronische, die Patienten stark beeinträchtigende und schmerzhafte entzündliche Erkrankung, die zu erheblichen Mobilitätseinbußen durch Schmerzen und Gelenkzerstörung führen kann. Von der Krankheit sind weltweit etwa vier bis sechs Millionen Menschen betroffen. Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis wandern weiße Blutkörperchen aus dem Blutkreislauf in die Gelenkschleimhaut (Synovialis), wo sie Entzündungen verursachen.
Rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, die durch Gelenkentzündung, Knochen- und Knorpelerosion und Gelenkdeformität gekennzeichnet ist. Zusätzlich manifestiert sich der Zustand in mehreren Gelenken im Körper. Obwohl die Erkrankung in erster Linie die Gelenke betrifft, kann sie auch andere Organe wie Haut, Augen, Lunge, Herz und Blutgefäße betreffen. Trotz der vielen Fortschritte sowohl im Verständnis als auch in der Behandlung der Krankheit bleibt sie weitgehend unheilbar, und ihre Ursachen sind noch unbekannt. Die Krankheit kann zu vorzeitiger Sterblichkeit, Behinderung und verminderter Lebensqualität führen.

 

 

 

Hand-Osteoarthritis

Osteoarthritis der Hand, oder auch Handarthrose, ist eine Erkrankung, die Schäden an der Oberfläche von Gelenken verursacht und zu Gelenkschmerzen und Steifheit führt. Bei einigen Patienten zieht dies Beeinträchtigungen bei Arbeit und alltäglichen Tätigkeiten nach sich.

 

Klinische Studien

Da der Wirkstoff im Jahr 2013 vollständig an GSK auslizenziert wurde, liegt die volle Verantwortung für die weitere klinische Entwicklung von MOR103/GSK3196165 bei GSK.
GSK untersucht MOR103/GSK3196165 derzeit in vier klinischen Phase 2-Studien: 2015 wurde eine Phase 2-Studie (zur Untersuchung von Sicherheit und Wirksamkeit) und 2016 eine mechanistische Phase 2-Studie in Kombination mit Methotrexat , jeweils in rheumatoider Arthritis gestartet. Im Januar 2017 wurde eine Phase 2-Studie initiiert, die die Bioverfügbarkeit von MOR103/GSK3196165 in japanischen Patienten mit rheumatoider Arthritis A untersucht. Zudem läuft seit 2016 eine Phase 2a Studie bei Patienten, die an entzündlicher Osteoarthritis der Hand leiden.

 

Die Lizenzpartnerschaft mit GSK

Im Juni 2013 gingen MorphoSys und GSK eine globale Lizenzvereinbarung zur Entwicklung und Vermarktung von MOR103/GSK3196165 ein. Gemäß den Vertragsbedingungen hat GSK die Verantwortung für die gesamte Weiterentwicklung und Vermarktung des Wirkstoffs übernommen. Im Rahmen der Vereinbarung erhielt MorphoSys eine Vorabzahlung. Abhängig vom Erreichen bestimmter Entwicklungsschritte sowie regulatorischer, kommerzieller und umsatzbezogener Meilensteine hat MorphoSys zudem Anspruch auf weitere Zahlungen. Des Weiteren könnte MorphoSys Tantiemen aus Nettoverkaufserlösen im zweistelligen Prozentbereich erhalten.