Bestehende Partnerschaften

Im Folgenden sind die Abkommen der MorphoSys AG kurz beschrieben, die spürbare finanzielle Auswirkungen gehabt haben bzw. in zukünftigen Geschäftsjahren haben könnten (in alphabetischer Reihenfolge).

Astellas Pharma

MorphoSys und Astellas Pharma haben im März 2007 ein Lizenzabkommen für den Einsatz der HuCAL-Technologie von MorphoSys geschlossen. Im Februar 2008 hat sich Astellas für eine Erweiterung der gegenwärtigen Kooperation zwischen den beiden Unternehmen um weitere vier Jahre bis 2012 entschieden.

Im Juli 2008 hat Astellas im Rahmen der laufenden Vereinbarungen zwischen beiden Unternehmen zum Technologietransfer eine bereits bestehende Option zur Nutzung der RapMAT-Technologie von MorphoSys für die schnellere Optimierung von Antikörpern ausgeübt. Als Folge erhält MorphoSys neben den Nutzungsgebühren für die HuCAL-Plattform zusätzliche jährliche Nutzungsgebühren für die RapMAT-Technologie.

 

Bayer HealthCare

Die laufende Zusammenarbeit mit der Bayer HealthCare wurde Ende 2007 eingestellt. Es befinden sich mehrere therapeutische Antikörperprogramme in der Entwicklung und könnten künftig zu entwicklungsabhängigen Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe führen. Derzeit evaluiert Bayer HealthCare ein HuCAL-basiertes Programm in klinischen Studien. Dabei handelt es sich um das HuCAL-basierte Antikörperkonjugat (Antikörper-Wirkstoff-Verbindung) BAY94-9343 im Bereich Krebserkrankungen.

 

Boehringer Ingelheim

Die laufende Zusammenarbeit mit Boehringer Ingelheim wurde in 2010 eingestellt. Dennoch können therapeutische Programme, die während der laufenden Kollaboration initiiert wurden, weiterentwickelt werden und dadurch in Zukunft zu Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe führen. Im Dezember 2010 hat Boehringer Ingelheim alle notwendigen Anträge für den Start einer klinischen Studie der Phase 1 mit einem neuen HuCAL-basierten Antikörper eingereicht, was eine klinische Meilensteinzahlung an MorphoSys ausgelöst hat.

 

ContraFect

Im April 2011 gaben MorphoSys und das US-amerikanische Biotechnologieunternehmen ContraFect die Unterzeichnung einer neuen Kooperationsvereinbarung bekannt, die die Entdeckung und Entwicklung von therapeutischen Antikörpern im Bereich der Infektionskrankheiten zum Ziel hat. Im Rahmen des Fünfjahresvertrags erhält ContraFect Zugang zu HuCAL PLATINUM, der jüngsten und leistungsstärksten Version der Kerntechnologie von MorphoSys, sowie dem Technologiemodul AutoCAL, zum Einsatz an seinem Firmensitz in New York. Im Gegenzug erhält MorphoSys vertraglich zugesicherte jährliche Lizenzgebühren und zusätzlich entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen. MorphoSys wird darüber hinaus Tantiemen basierend auf dem Verkauf von vermarkteten Produkten erhalten, die aus der Kooperation hervorgehen.

Das Biotechnologieunternehmen ContraFect ist spezialisiert auf den Einsatz von monoklonalen Antikörpern  zur Behandlung von lebensbedrohlichen  Infektionskrankheiten  wie Infektionen mit dem MRSA-Erreger und Grippeviren. ContraFects wissenschaftlicher Ansatz basiert auf der Abkehr von der konventionellen Therapie mit einem Antikörperwirkstoff hin zu einem Kombinationseinsatz mehrerer therapeutischer Antikörper, um den Anpassungsmechanismen der Erreger und daraus resultierenden Wirkstoffresistenzen entgegenzuwirken.

 

Daiichi Sankyo

Im März 2006 vereinbarten MorphoSys und Daiichi Sankyo ein Lizenzabkommen und eine Zusammenarbeit im Bereich therapeutischer Antikörper für zunächst zwei Jahre mit einer Option zur Verlängerung um bis zu weitere drei Jahre. Im März 2008 wurde die Kooperation bis März 2011 verlängert.

Im Oktober 2009 gab MorphoSys die Unterzeichnung einer zusätzlichen Allianz mit Daiichi Sankyo zur Erforschung und Entwicklung therapeutischer Antikörper gegen Krankenhausinfektionen bekannt. Daiichi Sankyo war damit der erste therapeutische Partner für MorphoSys, der auf der Antikörperbibliothek HuCAL PLATINUM basierende Medikamentenforschung gegen Infektionskrankheiten betreibt. Daiichi-Sankyo stimmte darüber hinaus zu, die Entwicklung bestimmter, für Infektionskrankheiten spezifische, Technologien bei MorphoSys zu finanzieren, die zur Identifikation der wirksamsten Antikörper-basierten Medikamente eingesetzt werden.

 

GeneFrontier / Kaneka

Im Rahmen der im Jahr 2007 unterzeichneten Vereinbarungen zur Suche nach therapeutischen Zielmolekülen kann GeneFrontier die HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek von MorphoSys zur Herstellung neuartiger HuCAL-Antikörper gegen Zielmoleküle nutzen, die von führenden japanischen Forschungsinstituten und Universitäten zur Verfügung gestellt werden. Zu diesem Zweck wurde die HuCAL-Antikörpertechnologie in den Forschungslabors einer Forschungsanlage von GeneFrontier in Tokio installiert. GeneFrontier leistet für den Zugang zur HuCAL-GOLD-Technologie Lizenzzahlungen an MorphoSys.

 

Janssen Biotech

Die laufende Zusammenarbeit mit  Janssen Biotech (ehemals:Centocor Ortho Biotech), eine 100 %ige Tochtergesellschaft des US-amerikanischen Pharmakonzerns Johnson & Johnson, wurde Ende 2007 eingestellt. Derzeit befinden sich zahlreiche therapeutische Antikörperprogramme in unterschiedlichen Entwicklungsstufen und könnten künftig zu entwicklungsabhängigen Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe führen. Die im Rahmen dieser Zusammenarbeit am weitesten fortgeschrittenen Antikörper befinden sich derzeit in der klinischen Erprobung der Phase 2. CNTO 888 befindet sich derzeit in einer Phase 2-Studie in einer immunologischen Indikation und einer zweiten Phase 2-Studie im Bereich Krebs. Das Programm CNTO 1959 befindet sich in der klinischen Erprobung gegen die Hauterkrankung Schuppenflechte (Psoriasis). Zwei weitere Programme befinden sich in klinischen Studien der Phase 1 – CNTO 3157, im therapeutischen Bereich Asthma, und ein weiteres, nicht näher spezifiziertes Programm. Derzeit evaluiert Janssen Biotech damit insgesamt fünf HuCAL-basierte Programme in klinischen Studien.

 

Merck & Co.

Im Dezember 2005 hat MorphoSys ein auf fünf Jahre angelegtes Lizenzabkommen mit dem US-Pharmakonzern Merck & Co. über den Einsatz der HuCAL GOLD- und AutoCAL-Technologien von MorphoSys in der Erforschung und Entwicklung von humanen therapeutischen Antikörpern geschlossen. Das Abkommen erlaubt Merck die Entwicklung von bis zu zehn therapeutischen Antikörpern auf der Basis von HuCAL für eine Reihe von Indikationen. Ende 2010 wurde die laufende Zusammenarbeit plangemäß beendet.

Im Mai 2006 unterzeichneten MorphoSys und der US-Pharmakonzern Schering-Plough ein Lizenzabkommen über den Einsatz der HuCAL GOLD-Technologie bei der Erforschung und Entwicklung von humanen therapeutischen Antikörpern. Schering-Plough wurde im Jahr 2009 von Merck & Co., Inc. übernommen. Mitte 2011 wurde die laufende Zusammenarbeit plangemäß beendet.

 

Novartis

Im Jahr 2004 haben MorphoSys und Novartis eine Zusammenarbeit begonnen, die bisher zu mehreren derzeit laufenden Antikörperprogrammen gegen eine Reihe von Krankheiten und im September 2007, gerade einmal drei Jahre nach dem Beginn der Zusammenarbeit, zu einem ersten Klinikgang führte. Im Dezember 2007 weiteten MorphoSys und Novartis ihre bisherige Geschäftsverbindung deutlich aus und schlossen eine der umfassendsten strategischen Allianzen für die Erforschung und Entwicklung von Biopharmaka. Über die Vertragsdauer von zehn Jahren belaufen sich die vertraglich zugesicherten jährlichen Zahlungen für Technologiezugang, Zugang zur Internalisierungstechnologie sowie Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf mehr als 600 Mio. US$ – ohne Kostenerstattungen für F&E in Verbindung mit Entwicklungsaktivitäten im Frühstadium. Die Gesamtsumme aus zugesicherten Zahlungen und wahrscheinlichkeitsgewichteten erfolgsabhängigen Meilensteinen, die vom Erfolg der klinischen Entwicklung und der behördlichen Zulassung mehrerer Produkte abhängen, könnte bei voller Vertragslaufzeit der erfolgreichen Kollaboration die Schwelle von 1 Mrd. US$ überschreiten. Neben diesen Zahlungen würden MorphoSys auch umsatzabhängige Tantiemen und/oder Gewinnbeteiligungen aus zukünftigen Produktverkäufen zustehen. Darüber hinaus hat MorphoSys auch Optionen zur Teilnahme an bestimmten Entwicklungsaktivitäten im Rahmen verschiedener Programme, wobei Teile der Kosten im Frühstadium von Novartis getragen werden. In Bezug auf die Teilnahmeoptionen kann sich MorphoSys zur Mitarbeit in diesen Projekten in Form von Kosten- und Gewinnbeteiligungen entschließen, wobei der finanzielle Beitrag dem Grad seiner Beteiligung an den betreffenden Programmen entspricht.

Im Jahr 2009 gab MorphoSys bekannt, dass Novartis die strategische Allianz verbindlich für eine Gesamtdauer von zehn Jahren zugesagt hat. Entscheidend hierfür war, dass MorphoSys bestimmte, vorher festgelegte Fortschritte bei seinen firmeneigenen Technologien mit Erfolg erreicht hat. Die Zusammenarbeit wird nun bis ins Jahr 2017 andauern und kann anschließend von Novartis zu unveränderten Konditionen um weitere zwei Jahre verlängert werden. Drei Wirkstoffe im Rahmen dieser Zusammenarbeit, namentlich BHQ880 im Bereich Onkologie, BYM338 gegen Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie ein weiteres Programm befinden sich derzeit in klinischen Phase 2-Studien. Insgesamt befinden sich derzeit fünf HuCAL-basierte Antikörper von Novartis in der klinischen Entwicklung.

 

OncoMed Pharmaceuticals

Die aktive Zusammenarbeit mit dem in den USA ansässigen biopharmazeutischen Unternehmen OncoMed Pharmaceuticals wurde in 2010 eingestellt. Dennoch können therapeutische Programme, die während der laufenden Kollaboration initiiert wurden, weiterentwickelt werden und dadurch in Zukunft zu Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe führen. Im Dezember 2010 hat OncoMed alle notwendigen Anträge für den Start einer klinischen Studie der Phase 1 mit einem HuCAL-basierten Antikörper, OMP-59R5, eingereicht, was eine klinische Meilensteinzahlung an MorphoSys ausgelöst hat. Im April 2011 gab MorphoSys das Erreichen eines zweiten klinischen Meilensteins mit OncoMed bekannt. Der Antikörper OMP-18R5, der ein Zielmolekül innerhalb des Wnt-Signalwegs bindet, wird in einer klinischen Studie der Phase 1 in den USA an Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren geprüft.

 

Pfizer

Die laufende Zusammenarbeit mit Pfizer auf Basis der HuCAL Technologie Plattform wurde in 2010 eingestellt. Dennoch können therapeutische Programme, die während der laufenden Kollaboration initiiert wurden, weiterentwickelt werden und dadurch in Zukunft zu Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe führen. Im Dezember 2010 hat Pfizer alle notwendigen Anträge für den Start einer klinischen Studie der Phase 1 mit einem HuCAL-basierten Antikörper eingereicht, was eine klinische Meilensteinzahlung an MorphoSys ausgelöst hat.

Zusätzlich unterzeichneten MorphoSys und Pfizer in 2010 eine nicht-exklusive Lizenz-Vereinbarung zum Technologie-Transfer auf Basis der neuen Technologie-Plattform. Der Vertrag umfasst die Einrichtung, Schulung und Nutzung der Technologie-Plattform Slonomics durch die Pfizer-Tochter Rinat Neuroscience Corp. am US-Standort South San Francisco zur Herstellung hoch diverser Gen- und Proteinbibliotheken. Das Tochterunternehmen Sloning BioTechnology GmbH der MorphoSys AG erhält eine Einmalzahlung und wird jährliche Lizenzzahlungen über die gesamte Patentlaufzeit der Slonomics Technologie-Plattform erhalten. MorphoSys erwarb die Sloning BioTechnology sowie deren Technologie-Portfolio inklusive Slonomics im Oktober 2010.

 

ProChon Biotech

Die laufende Zusammenarbeit mit ProChon Biotech wurde in 2010 eingestellt. Dennoch können therapeutische Programme, die während der laufenden Kollaboration initiiert wurden, weiterentwickelt werden und dadurch in Zukunft zu Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe führen. Im Rahmen des ursprünglichen Abkommens setzte MorphoSys seine innovative HuCAL-Antikörperbibliothek für die Herstellung von humanen Antikörpern gegen einen menschlichen Wachstumsfaktor-Rezeptor ein, der mit verschiedenen Knochenerkrankungen einschließlich Achondroplasie, der häufigsten Form menschlichen Zwergenwuchses, als auch mit einigen Krebsarten in Verbindung gebracht wird.

 

Roche

Im September 2000 haben MorphoSys und Roche die Unterzeichnung einer Vereinbarung zur Zusammenarbeit bei der Entwicklung von menschlichen therapeutischen Antikörpern gegen ein von Roche benanntes biologisches Zielmolekül gegen Alzheimer bekannt gegeben. Im Rahmen der Zusammenarbeit hat MorphoSys Anspruch auf entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantieme auf Produktverkäufe aus dieser Kooperation. Im Jahr 2009 hat Roche die klinische Erprobung der Phase 1 auf Sicherheit und Verträglichkeit des auf HuCAL basierenden Antikörperprogramms Gantenerumab an Alzheimer-Patienten abgeschlossen. Im November 2010 schritt dieses Programm in die klinische Phase 2 voran.

Aufbauend auf der bestehenden Zusammenarbeit bei Alzheimer haben MorphoSys und Roche im März 2006 eine neue Kooperation zur Entwicklung neuartiger therapeutischer Krebs-Antikörper bekannt gegeben.

 

Produktpipeline

Die Pipeline rückt zunehmend in den Vordergrund.

Unternehmensgeschichte und Meilensteine

Highlights der 20-jährigen Firmengeschichte.