Glossar

Dieses Glossar erläutert wichtige Fachbegriffe zum Verständnis der Geschäftstätigkeit der MorphoSys AG. Zur weiterführenden Recherche wird auf das Internetangebot www.wikipedia.de verlinkt.

A

ADR
ADR (engl.: American Depository Receipt); Zertifikat, das von einem US-amerikanischen Kreditinstitut ausgestellt wird, das die zugrunde liegenden Aktien in Verwahrung genommen hat. ADRs dienen der Erleichterung von Geschäften mit ausländischen Wertpapieren in den Vereinigten Staaten
Affinität
Bindungsfestigkeit zwischen Bindungspartnern, z. B. Antikörper/Antigen
Affinitätsreifung
Prozess, durch den die Affinität von Antikörpern gesteigert wird
Aminosäure
Grundbestandteil eines Proteins
Aminosäuresequenz
Abfolge der Aminosäuren in Peptiden oder Proteinen
Amyloid beta
Zielmolekül zur Therapie von Alzheimer
Antibody
Antikörper
Antigen
Fremdstoff, der eine Antikörperproduktion stimuliert; Bindungspartner von Antikörpern
Antigen-Bindungsstelle
Bereich der variablen Domänen von Antikörpern, der für Antigenbindung verantwortlich ist (siehe auch CDR)
Antikörper
Proteine des Immunsystems, die fremde Antigene erkennen und eine Immunreaktion auslösen
Antikörperbibliothek
Große Sammlungen von Antikörpern mit unterschiedlicher Aminosäuresequenz
Antikörper-Engineering
Über Gentechnologie erfolgende Modifikation von Antikörpern zur Steigerung von Affinität und/oder Spezifität
Antikörperfragment
Teile von ganzen Antikörpern; zumeist funktionale Fragmente, die noch Antigenbindung zeigen
Autoimmun-Erkrankungen
Krankheiten, deren Ursache eine überschießende Reaktion des körpereigenen Immunsystems auf körpereigenes Gewebe ist

B

Bakteriophage
Bakterienvirus; Virus der Bakterien infiziiert
Bibliothek
hier: Sammlung einer Vielzahl von unterschiedlichen Molekülen (Genbibliothek, Peptidbibliothek, Proteinbibliothek, insbesondere Antikörperbibliothek) für Screening und/oder Selektion
Biotechnologie
Einsatz biologischer Prozesse im Rahmen technischer Verfahren und industrieller Produktion

C

CDR
complementarity determing regions – Bereich des Antikörpers, der für den Kontakt mit dem Zielmolekül verantwortlich ist
Chimerisierung
Prozess bei dem ein Antikörpermolekül entsteht, der aus der variablen Region eines Maus- und der konstanten Region eines humanen Antikörpers besteht
Corporate Governance
Rahmenbedingungen, die Einfluss auf die Führungsentscheidungen eines Unternehmens und somit auf den Unternehmenserfolg haben

D

DNA
siehe DNS
DNS
Desoxyribonukleinsäure; Grundbestandteil eines Gens; bildet das Erbmaterial eines Lebewesens
Domänen
Teilbereiche von Proteinen mit definierter dreidimensionaler Struktur und/oder definierter Funktion
Durchmustern
siehe Screening

E

E.coli
Escherichia coli, Bakterienart, häufig als Wirtszelle verwendet
ELISA
Enzyme-Linked Immunosorbent Assay; Immunologisches Nachweisverfahren, welches auf einer enzymatischen Farbreaktion basiert
EMEA
European Medicines Evaluation Agency – Europäische Zulassungsbehörde für Arzneimittel; zur offiziellen Homepage
Epitop
Bindungsstelle
EST
expressed sequence tag – exprimiertes Genfragment
Eukaryont
Eine Zelle mit Zellkern, im Gegensatz zum Prokaryont
Expression
Umsetzung genetischer Information in entsprechendes Protein
Expressionsbibliotheken
Genbank, geeignet zur Expression der davon kodierten Proteine

F

FDA
Food and Drug Administration – Amerikanische Zulassungs- und Kontrollbehörde für Arznei- und Lebensmittel; zur offiziellen Homepage
Fremdgene
In Wirtszellen eingeführte Gene eines anderen Organismus
functional genomics
Funktionelle Genomanalyse: Analyse nicht nur der Sequenz, sondern des funktionalen Zusammenspiels der genetischen Information und/oder der davon kodierten Proteine; wichtiger Schritt zur Auffindung neuer Zielmoleküle
Fusionsproteine
Zusammengesetzte Proteine
Fv
Antikörperfragment, umfasst die beiden für Antigenbindung verantwortlichen variablen Domänen

G

Gen
Abschnitt auf DNA, der bestimmte Strukturen (z. B. ein Protein) oder Funktionen kodiert
Genom
Gesamtheit der DNA eines Organismus (Gene, genetische Signalstrukturen sowie sonstige DNA-Bereiche)
Genomforschung
Analyse des Aufbaus und des Zusammenspiels der genetischen Information
Genomprojekt
Speziell: Aufklärung des gesamten Genoms des Menschen
Genotyp
Gesamtheit der genetischen Merkmale
Gensequenz
Abfolge der Genbausteine, der Nucleotide
Gensynthese
Herstellung von Genen durch Zusammenbau von Nucleotiden
Gentechnik
Teilbereich der Biotechnologie: Erforschung und Anwendung gezielter Veränderung und Neukombination von Genen
Goldstandard
Aktuell modernste und zuverlässigste Methode oder Technologie, die als Qualitätsreferenz oder Industriestandard etabliert ist
GRS-Studie
Jährlich durchgeführte Gehaltsstudie der deutschen Biotechnologie: Branche
Glykolisierung
Natürliche Modifizierung der Oberfläche von Proteinen mit Zuckermolekülen

H

HAMA-Antwort
Abkürzung für Humane-Anti-Maus-Antikörper-Antwort; Abwehrreaktion des menschlichen Immunsystem auf Maus-Antikörper bei der Maus-Antikörper neutralisiert werden und die Therapie wirkungslos wird
HuCAL
Human Combinatorial Antibody Library; von MorphoSys entwickelte Antikörperbibliothek zur raschen Erzeugung von spezifischen und menschlichen Antikörpern für Therapie, Forschung und Diagnostik
Human-Genom-Projekt
Weltweites Forschungsprojekt zur Analyse und Dokumentation der vollständigen DNS-Sequenz des menschlichen Genoms
Humanisierung
Pozess bei dem ein Antikörpermolekül entsteht, bei dem nur noch die hypervariablen CDR-Regionen von einem Maus-Antikörper stammen
Hybridom
Fusionierte Zelle aus Krebszelle und Immunzelle; Einsatz in der Antikörperproduktion

I

IFRS
International Financial Reporting Standards; EU-weit geltender Rechnungslegungsstandard ab 2005
Immunabwehrreaktionen
Stimulierung z. B. der Antikörperproduktion als Reaktion auf Konfrontation mit Antigenen
Immunglobuline
siehe Antikörper
Immunisierung
Erzeugung von Antikörpern durch Gabe von Antigen
Immunogenität
Fähigkeit eines Antigens, eine Immunantwort auszulösen
Immunsystem
Abwehrsystem von Lebewesen, das Gefahren durch Krankheitserreger abwenden soll
in vitro
im Reagenzglas
in vivo
im lebenden Organismus

K

Klinik
Klinische Studien eines Wirkstoffs an Patienten, unterteilt in drei Phasen
Klonierung
Neukombination und Einschleusung von (meist Fremd-) DNA in Wirtszellen und anschließende Vermehrung kombinatorisch durch zufälliges Zusammenfügen von Einzelbausteinen erzeugt

L

Library
siehe Bibliothek
Life Sciences
Oberbegriff für alle Forschungsdisziplinen der Lebensrelevanten Wissenschaften und deren industrieller Anwendung
Liganden
Bindungspartner
Lymphom
Bestimmte Form von Blutkrebs

M

Mini-Antikörper
Multimere Antikörperfragmente durch Assoziation kleinerer Antigen-bindender Fragmente
Modularität
Aufbau nach Baukastenprinzip
Monoklonale Antikörper
Von einem einzigen Klon abstammende, einheitliche Antikörper, von Hybridomzellen produziert
Multiples Myelom
Bösartiger Tumor des Knochenmarks (auch: Plasmozytom)
Multiple Sklerose
Entzündliche und degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems
Mutagenese
Veränderung von Proteinen, entweder zielgerichtet oder zufällig über Proteinbibliotheken und anschließendes Screening

N

Nukleinsäuresequenzen
siehe DNA

P

Peptid
kurze Kette von Aminosäuren
Phage
siehe Bakteriophage
Phagenbibliothek
Sammlung von Phagen, die Bibliothek von Peptiden/Proteinen auf Oberfläche präsentieren
Phagen-Display-Technologie
Screeningverfahren, Präsentation von Peptiden/Proteinen auf Oberfläche von Phagen
Phagengenom
Gesamtheit aller Phagengene
Phänotyp
Erscheinungsbild, Gesamtheit der Merkmale als Ergebnis der Wechselwirkungen der genetischen Information
Phase I
An einer geringen Anzahl gesunder Probanden unter strenger Kontrolle durchgeführte klinische Erprobung eines Wirkstoffs. Dient zur Untersuchung von Toxizität, Pharmakokinetik, Verabreichungsform und sicherem Dosierungsbereich des Wirkstoffs
Phase II
Klinische Studien zur Untersuchung kurzfristig auftretender Nebenwirkungen und Risiken eines Wirkstoffs mit einer geringen Anzahl erkrankter Patienten. Bestimmung der Wirksamkeit des Wirkstoffs und eventuell auftretender Immunreaktionen
Phase III
Klinische Studien mit einer großen Patientenzahl zur Feststellung von Sicherheit, Effizienz und optimaler Dosierung eines Wirkstoffs unter realen Therapiebedingungen
Präklinik
Studien und Untersuchungen in der Arzneimittelforschung an Tiermodellen und in in vitro-Versuchen, die vor Beginn der klinischen Studien durchgeführt werden
Protein
Eiweißstoff; Polymere bestehend aus Aminosäuren, z.B. Antikörper, Enzyme
Proteom
Gesamtheit aller Proteine des menschlichen Organismus
Proteomforschung
Analyse der Funktionen und Wechselwirkungen der Proteine in Organismen (auch: Proteomik)

R

RapMAT
Firmeneigene Technologie von MorphoSys zur beschleunigten Antikörperoptimierung
Reagenzien
Sammelbegriff für Substanzen (wie etwa Antikörper), die als Werkzeuge in der Forschung und Diagnostik eingesetzt werden
rekombinant
durch Neu- bzw. Umkombination von Bereichen eines DNA-Moleküls oder auch verschiedener Ausgangsmoleküle entstanden
Rheumatoide Arthritis
Entzündliche Erkrankung der Gelenke
RNS
siehe RNA
RNA
Ribonucleic acid: Form der genetischen Information, beteiligt an der Übersetzung von DNA in Proteine

S

Schuppenflechte
Autoimmune Hautkrankheit, die durch geröteten, stark schuppenden, punktförmig bis handtellergroßen Ausschlag gekennzeichnet ist (auch: Psoriasis)
Screening
Durchmustern, Durchsuchen von Bibliotheken auf Moleküle mit gewünschter Eigenschaft
Sequenzanalyse
Analyse der Abfolge der Bausteine von Genen oder Proteinen
single-chain Fv
Antikörperfragment, umfasst die beiden für Antigenbindung verantwortlichen variablen Domänen zu einer Proteinkette verknüpft
Spezifität
Eigenschaft von z. B. Antikörpern, zwischen unterschiedlichen, aber ähnlichen Antigenen unterscheiden zu können
Streubesitz
Teil der Aktien einer Gesellschaft, der von vielen verschiedenen Anteilseignern gehalten wird

T

Tantieme
Prozentuale Beteiligung am Umsatz eines vermarkteten Produkts
target
siehe Zielmolekül
TecDAX
Index der dreißig größten, gelisteten Technologieunternehmen der Frankfurter Börse abseits des DAX und MDAX
Toxin
Synonym für Giftstoff
Transfektion
Prozess bei dem fremde Gene in einen Wirtsorganismus eingebracht werden
Translation
Bildung der Proteine durch Übersetzung der Geninformation im Organismus
TRIM
Trinucleotide-directed Mutagenesis: Trinukleotide-Mutagenese: Methode zur Zufallsmutagenese von Peptiden oder Proteinen
Trinukleotid-Baustein
sog. Codon aus drei Nukleotiden, entspricht auf DNA-Ebene einer Aminosäure

W

Wirtszellen
Zellen für Vermehrung oder Expression von Fremd-DNA

Z

Zelllinie
In der Forschung angewandte permanente Kultur einer Zelle
Zielmolekül
Angriffspunkt für therapeutische Intervention, etwa auf der Oberfläche von kranken Zellen